Inhalt: 15 g
Duft: warm, blumig, krautig, bittersüß.
Steckbrief: Holz des Schwarzen Holunders (Sambucus nigra) — eine der ältesten Schutz- und Räucherpflanzen Nordeuropas.
Der Geist der Pflanze. Um den „Hollerbaum“ ranken sich in der nordischen Mythologie viele Sagen. Er ist der Baum der Frau Holle — der weisen Frau, der Muttergöttin, die über Elemente und Jahreszeiten gebietet. Sie lebt in der schamanischen Unterwelt und schüttelt von dort den Schnee in die Oberwelt, von wo er auf unsere Mittelwelt herabfällt. Früher hatte jeder Garten seine „Hollerecke“, und dem Baum wurde enorme Achtung entgegengebracht: Wer einen Holler unerlaubt fällt, den bestraft die Holle, heißt es. Wer sich von ihm nimmt, fragt ihn um Erlaubnis.
Wirkung (überliefert). Der Holunder ist der Schwellenbaum für alle Übergangsriten und ein Tor in die Erdunterwelt der Anderswelten — „wie unten, so oben; wie oben, so unten“, ein altes schamanisches Wirkprinzip. Er hilft in der Überlieferung, den rechten Zeitpunkt zu erkennen, wirkt schützend bei Zeremonien und unterstützt beim Finden der eigenen Lebensaufgabe.
Anwendung. Holzstücke auf Kohle oder Stövchen, gern zu Übergängen: Jahreswechsel, Abschiede, Neuanfänge. Gut lüften.
Vertieftes Wissen. Beim Holler steckt in praktisch jedem Pflanzenteil etwas — Blüten, Beeren, Rinde, Holz haben je eigene Verwendung in Volksbrauch und Küche. Für das Räuchern nehmen wir das getrocknete Holz: Es glimmt langsam und trägt den Duft am ruhigsten.
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