Meisterwurz, geschnitten
Inhalt: 15 g
Duft: kräftig, würzig-bitter, erdig-warm — ein Rauch, der sofort an Almhütte, Stall und Bergluft erinnert.
Steckbrief: Geschnittene Wurzel der Meisterwurz (Peucedanum ostruthium), einer Doldenblütlerin der Alpen, die zwischen 1.400 und 2.500 Metern an Bachrändern und auf feuchten Almen wächst.
Der Geist der Pflanze. „Kaiserwurz“, „Imperatoria“ — die alten Namen sagen, wie hoch man diese Wurzel gehalten hat. Für die Bergbauern des Alpenraums war sie die Meisterin unter den Wurzeln: Sie hing im Stall, sie lag unter der Türschwelle, sie wurde in den Rauhnächten mit Wacholder durch Haus und Stall getragen. Wo Wacholder reinigt, gibt die Meisterwurz in der Überlieferung Standfestigkeit — ein Rauch, der einen auf die Füße stellt und den Rücken gerade macht.
Wirkung (überliefert). Schutz, Stärke, Bodenhaftung. Traditionell die Wurzel für Menschen, die etwas durchstehen müssen — und für Räume, die Halt brauchen.
Anwendung. Sparsam auf Kohle oder Stövchen, gern zusammen mit Wacholder und Fichtenharz für die Haus- und Stallräucherung. Sehr ergiebig; gut lüften.
Vertieftes Wissen. Die Wurzel wird im Herbst gegraben, wenn die Pflanze eingezogen hat, und riecht getrocknet noch nach Jahren. Sie enthält Furocumarine — deshalb bleibt sie beim Räuchern, wo sie hingehört, und kommt nicht auf die Haut oder in den Tee.
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